Montag, 2. Juni 2014

Hahnweide 2014 Tag 8

so schlecht wie heute bin ich schon ewig nicht mehr geflogen.
Der Tag sollte die Entschädigung für die vielen Schlechtwettertage sein, denn die Wetterdienste und auch der Jupp hatten bestes Segelflugwetter vorhergesagt.
So sah es auch recht gut aus, als ich als 3. der ganzen 120 Mann Truppe das Gas reinschob.
mit Wasser und start Richtung Osten fliegt man gegen den Dettinger Buckel und so ist das auch mit dem 2CXM gar nicht so üppig.

beim ersten  Startversuch einfach nichts gefunden
 aber letztendlich find ich absolut nichts und arbeite mich langsam in sinnlosen Suchkreisen mit 600kg vollgepackt nach unten.
Ausserdem geht das nervige Flarm-Piepen wieder los und meine Laune ist sofort auf dem Nullpunkt. Noch ein Flug mit diesem Lärm halt ich nicht durch, die Kopfhörer werden wieder aufgesetzt.
Um legal den Motor wiederanzulassen muss man das erstens melden und zweitens neben dem Flugplatz sein.
Also flieg ich mit 150m Plus auf den Platz retour um meine Mühle wieder anzulassen und stelle fest, daß das noch ganz schön knapp wird um auf die 07 zu kommen, da man vorher einen Waldbuckel überfliegen muss und das ganze in gutem Sinken (Ostwind).

rechts hinter dem Buckel liegt die 07
 is halt nicht Straubing...

07 in Sicht und Gleitreichweite auch mit stehender Latte und ich starte meine Rattel

nach dem Start brauch ich nochmal 1 Stunde bis ich endlich deutlich über 1000m komme
ich bastel jetzt bei eigentlich guter Optik eine weitere Stunde !! rum, bis ich endlich über 1000m MSL bin und hoch genug die besseren Bärte über der Alb anzufliegen.
Mir gehts immerhin nicht alleine so, denn viele müssen wieder landen oder Rattel anwerfen. Höhepunkt ist ein Pulk über der Burg Hohenneuffen, wo nicht nur 20 Segelflieger sondern auch 5 Gleitschirmflieger in 0.3m rumeiern.

Die Bärte auf der Alb sind gut und ich flieg nach dem Kampf quasi sofort ab ohne mir die Zeit zu nehmen eine gute Abfluglinie zu finden. Der erste Fehler in einer langen Reihe.
Bis auf den schlechten Abflug, der mich sicher schonmal 5 Minuten kostet weil ich Anfangs keine gute Linie hab klappts bis zur ersten Wende gut und ich hab einen 125'er Schnitt, da es wirklich tolle Linien gibt und ich nur 2x kurbeln muss.
der Track und die Aufgabe. Man erkennt die vielen kleinen Umwege die neben dem Absaufer am Ende Schuld an der schlechten Plazierung sind


der Schwarzwald Richtung Norden
 Das erste Mal in meinem Fliegerleben flieg ich nun den Schwarzwald nach Norden hoch. Die Basis ist nicht üppig (nur knapp 2000m) und ich flieg schon mit ziemlichem Respekt.

Aussenlandemöglichkeiten sind hier mager bzw. nicht vorhanden

am Ende vom Schwarzwald Richtung Kraichgau
Ich flieg einigermassen gut und lass gegenüber dem überragendenTagessieger Bert Schmelzer bis hierhin nur wenig Zeit liegen.

Ausgangs des Schwarzwaldes macht ein kleiner Pulk nochmal Höhe und ich auch

15m Klasse hat offenbar den gleichen Kurs

im Kraichgau
im Kraichgau sehen die Wolken immer noch gut aus, ziehen aber nicht mehr, zumindest nicht bei mir. Hier holt mich Bert Schmelzer, der deutlich nach mir gestartet war dann genau an der 2.Wende (Miltenberg) ein.
Das liegt (unter anderem) auch an einem großen Umweg auf eine super aussehende Wolke Eingangs des Odenwaldes nahe Heidelberg die einfach nicht ziehen will.
Danach flieg ich den 3.Schenkel fast nur noch im unteren Stock weil ich unbedingt den 3m ziehen will der mal wieder nicht kommt. Ich hätte einfach mal die 2m geduldig bis oben mitnehmen müssen und wenn ich normal OLC fliege hätte ich das sicher gemacht. So flieg ich in der Summe viel langsamer als normal.
nach der Wende nicht mehr an der Basis

immerhin funktionieren die Waldrücken zuverlässig
 nachdem der ganze 3.Schenkel schon mies läuft und mein Taskschnitt auf 110 gesunken ist, wirds jetzt so richtig schlecht. Ich wende zu tief und ohne Plan und schau Richtung Westen, wo alles tod ist bis auch einige größere Congesti, die aber unerreichbar sind.

die Congesti im Westen werfen lange Schatten und meine Optionen sinken auf nahe Null
 jetzt rächt sich das Tief-sein fürchterlich und mir bleibt nichts anderes übrig als im Blauen irgendwelche Blubberbärtchen auszukurbeln.

über dem Waldrücken find ich immerhin 0.5m
 aus 300m Ground bastel ich mich mühsam wieder auf 1300 MSL hoch und das reicht nicht, um die großen Wolken auf Kurs anzufliegen aber es ist immerhin genug um eine Wolke im Nördlinger Ries anzufliegen die sich 45 Grad vom Kurs weg gebildet hat an einer Stelle die noch nicht im Schatten liegt.

mein Track nahe dem 3.TP, schlechter gehts nimmer...
die Wolke rechts neben dem Cockpit ist 45 Grad vom Kurs, bringt aber den rettenden 1.5m Bart

 
Anflug auf die Wolke nahe Nördlingen
das Gebastel am 3. TP kostet mich insgesamt nochmal 40 Minuten.
Entsprechend sinkt mein Schnitt auf 98km/h und damit bin ich der langsamste der noch rumgekommen ist.
Ein paar Aussenlander gibts immer und micht hätte es am 3.TP auch erwischen können. Die Wolke gibt mir jedenfalls aus 75km Endanflughöhe (300m mit MC1) und die brauch ich auch um mit ziemlich vermückten Flügel noch über den Dettinger Buckel zu kommen.

Damit lande ich am Ende des Wettbewerbes völlig verdient nur auf Platz 25 von 34 Teilnehmern.


Für den nächsten Wettbewerb nehme ich mir vor:
1) Zettel ans Cockpit kleben: "Nein, du bist nicht schlauer als der Pulk !"
2) Oben bleiben und auch mal entspannt 2m auskurbeln auch wenn man vorher 3m hatte
3) Möglichst so fliegen wie ich es ohne Wettbewerb auch machen würde
4) Das ColibriII Vario ausschalten, denn inzwischen weiss ich, daß mein Ersatzlogger so ohrenbetäubend piept und nicht das Flarm

Ansonsten, wenn man mal vom Fliegen absieht was mir diesmal aufgrund der technischen Probleme (Fahrwerkswarnung, Gepiepe) überhaupt keinen Spass gemacht hat war der Wettbewerb wie letztes Mal auch perfekt organisiert und ich hab wieder viele alte und neuen Freunde getroffen.
Wenn ich einen Platz bekomme, bin ich sicher nächstes Mal wieder mit dabei !


Satbild als ich die Probleme am 3.TP hab




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