Freitag, 6. Mai 2011

05.05.2011 Deklariertes 750'er FAI geschafft !

Obwohl mir der gestrige 800km Flug noch in den Knochen steckt und ich ziemlich fertig aufwach kann ich die sensationellen PFD nicht einfach so verfallen lassen und treff mich mit Roy wieder am Flugplatz.
Erstmal ist am Ventus wieder Bastelstunde angesagt da gestern mein Varioton ausgefallen war.
Meine Vermutung Lautsprecher defekt bestätigt sich wo sich ein Draht an der Membran gelockert hat den ich mit Roys Hilfe wieder anlöten kann.
Natürlich starten wir aufgrund des ganzen rumgebastels mal wieder zu spät.

mein Flugweg mit Satbild 12:30 UTC. Man erkennt die problematische Situation vor dem Einstieg ins Erzgebirge


Roy und ich deklarieren ein FAI über Bayerwald quer durch Tschechien durch an den Ostrand Erzgebirge und dann Nordspitze Thüringer Wald und Retour. 

Ich rattel mich auf meine übliche Abflughöhe 1700m MSL rauf nur um festzustellen daß mein Startfenster komplett in Wolken gehüllt ist und ich wieder auf 1450m absteigen muss um den Task starten zu können.
Es läuft super bis knapp vor Hochficht der wieder mal unglücklich als Wendepunkt gewählt wurde (niedrige Basis, alles abgeschattet, viel besser ist eigentlich ein Wendepunkt nord-östlich).
Dann auf dem Hauptkamm angekommen sehr hohe Basis und gute Steigwerte. Ich tu mich etwas schwer bei diesen Bedingungen ins Tschechische Tiefland einzufliegen aber so ist halt die Aufgabe.
Überraschender Weise gehts aber bombastisch bis ca. Pilsen wo aber alles etwas breitläuft. Roy, der seinen ersten Wendepunkt am Arber hatte fliegt vor mir und berichtet auch nichts gutes. Die Wetteroptik sieht nun, zwischen den CTR Karlsbad und Prag wo man nur einen schmalen Korridor zum durchfliegen  hat und daher sehr wenig Ausweichmöglichkeit, sehr bescheiden aus. Ich bin auf einmal total eingeschüchtert und beginne übervorsichtig zu fliegen = langsam !
Im Nachhinein betrachtet hätte ich hier zügiger durchfliegen sollen, es waren immer noch 3m Bärte zu finden und ich nahm etliche Male aus Vorsicht 1m mit. Daran ist mein Dreieck fast gescheitert.
Roy fliegt den direkten Weg auf den Erzgebirge Hauptkamm und statt ihm zu folgen fliege ich meinen Wendepunkt direkt an was mich in eine noch schlechtere Situation bringt. Bei Most fliege ich unter 100% Bedeckung über eine total verschandelte und durch Bergbau zerstörte Landschaft, meine Stimmung ist am Nullpunkt. Ich sehe das Erzgebirge und dahinter die tollen 3/8 Quellwolken aber meine Höhe reicht nicht aus. Ich flieg wieder einige km zurück weil sich direkt über einem der riesigen Schornsteine eine fette Wolke noch unter der Abschirmung gebildet hat. Dort bastel ich mich dann auf die ausreichende Höhe um den Sprung auf das Erzgebirge zu machen. Ich stolper hier in einen Wettbewerb und finde mich an meinem Wendepunkt Bornau in einem Pulk von 8 Flugzeugen wieder. Unglaublich wie sich die Bedingungen auf 10km ändern können. Hier perfekte Bedingungen. Richtung 3. Wendepunkt Schützenberg (nahe Suhl) wird es aber zwischendurch recht blau weil ich versuch zwischen Erzgebirge und Thüringer Wald abzukürzen, wieder keine gute Idee. Besser wäre es gewesen den Umweg über die Hauptkämme zu fliegen.

Roys (blau) und mein Flugweg (rot)
 
Meine vom LX9000 anzeigte Ankunftszeit EAT liegt bei 19:30 Uhr, ich geb aber einfach nicht auf und zieh das FAI weiter durch. Extrem gut der Schenkel auf dem Thüringer Wald vor Suhl mit einer angedeuteten Konvergenz. Ich flieg zusammen mit einer ASW22 die nicht erkennbar besser gleitet.
Ich wende und während ich noch an Zell Haidberg vorbeifliege planen Roy und Klaus Rosgotteter bereits den Endanflug und finden dort laut dem was ich am Funk mithöre nur sehr schwer Thermik, ich sehe meine Chancen auf annähernd Null schwinden. Klaus muss den Motor werfen.
Die größte Erhebung des Oberpfälzer Waldes nahe Weiden ist der Entenbühl und es ist eigentlich logisch daß dort die Abendsonne auf der SW Seite noch etwas Thermik produzieren sollte. So ist es auch und nach einigen Suchkreisen finden sich dort noch ruhige 1.3m integriert die mich auf Final Glide bringen.
Ich stolper in der Nähe von Schmidgaden nochmal um 18:45 über einen 1m den ich auch noch mitnehme um nicht am Ende doch noch zu knapp reinzukommen denn 50km Endanflug sind lang und da reichen 200m Reserve auf den Platz unter Umständen nicht. Übrigens war das nicht der letzte Bart. Als ich um 19:15 Uhr Munlager überfliege hätte man nochmal einkreisen können.
Ich lande schließlich um 19:30 nach 8:30 Stunden Flugzeit. Meine Task-Geschwindigkeit war nicht besonders gut, ich bin zwischendurch wirklich schlecht geflogen und im wesentlichen wurde die Beendigung des Tasks ermöglicht durch die Tatsache daß ich noch so spät Thermik finden konnte.
813km und 750 FAI deklariert, ich bin zufrieden.
Roy hat seine Aufgabe auch geschafft aber das falsche FAI ins Flarm deklariert.
ich (rot) finde noch sehr spät Thermik am Entenbühl was mir den Heimflug ermöglicht


Es war ein unglaublich spannender Flug in einer völlig neuen Landschaft an den ich sicher noch lange zurück denken werde.







 

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