Montag, 9. Mai 2016

KAP16 Wertungstag 3, gerade nochmal gut gegangen

Das Hoch hatte sich jetzt voll etabliert und die Restfeuchte endgültig nach Osten abgedrängt. Es sollte laut David ein super Tag werden. Das traf voll ein.
Als Aufgabe gabs eine 3 Stunden AAT zunächst am Hochkönig entlang nach Südosten, dann raus fast ins Flache nach Hochries, dann weit nach Westen Richtung Füssen, dann Unterwössen.

Die Aufgabe

mein Flighttrack

schon prächtige Bedingungen um 11:30, kurz vorm Start

Hang Hochkönig wieder nix gescheits.
 ich hab mal wieder viel Zeit vorm Abflug und teste wieder den ersten Schenkel an. Auch heute wieder ganz klar die bessere Taktik am Hochkönig überm Relief bleiben. Ansonsten muss man unten die Kanten ausfliegen und verliert nur Zeit. Also Taktik ganz klar den ersten Bart hochmachen und am Hochkönig oben bleiben.
Den Abflug erwisch ich diesmal optimal, weil ich im blauen neben allen Wolken 2m finde und bis fast 3600m steigen kann. So schaff ich auf 10m genau die Abflughöhe 3500m.

kurz vor der Linie muss ich sogar kurz die Klappen ziehen.

diesmal oben am Hochkönig

auf Direktkurs zum Wendepunkt Hochries. Ich flieg bewusst nicht den Umweg über die Leoganger (links vom Cockpit) sondern direkt zu den Loferern (knapp rechts). Heute zahlen sich bei den Steigwerten Umwege nicht aus.

Überquerung Inntal, heute ein Spaziergang
ich flieg eigentlich fast alles ziemlich gut, nur am Westschenkel gleite ich die Höhe etwas zu weit ab in der Hoffnung auf >3m und bin dann doch auf einmal unter 2000m, was mich vielleicht 5 Minuten kostet einen guten Bart zu finden.  Aber das ist halt Teil der Strategie nicht oft einzukreisen was sich im Durchschnitt dann doch bezahlt macht.

bisschen tief nördlich Aachensee

Sylvensteinsee

Walchensee

kurz vor der westlichen Wende
kurz vor der westlichen Wende zeigt mein LX9000 required AAT Task Speed  >160 an und ich denke es ist OK umzudrehen. Allerdings ist das die bis zum Ablauf der 3 Stunden auf die Restdistanz berechnete Zeit und die kann inkl. Höhe abgleiten dann auch bei 160 zu kurz werden. So wars dann auch heut.

geiler Endanflug östlich am Kaiser vorbei im Kohlental, ich bin 1.5 Minuten zu früh da, kostet 1.2km/h Speed
nach der Landung werd ich zunächst genullt, weil ich in den Luftraum TMZ Lowi West reingeflogen bin.
Ich hab einen Loggerpunkt laut Strepla Auswertung exakt auf der Luftraumgrenze:
so sieht es bei mir aus

so in Strepla
allerdings wird der Flug dann doch noch gewertet.
Am Ende 2.Platz mit einem 134'er Schnitt.
Sven wieder Souverän vorne. Er wird den Wettbewerb verdient gewinnen.
Gesamtwertung nun 5.


Sonntag, 8. Mai 2016

Kitzbüheler Alpenpokal Wertungstag 2

Nachdem 4 Tage wetterbedingte Pause angesagt war, sollte sich am Donnerstag ein Hoch etablieren.
Davids Prognose mit inhomogenen feuchten Verhältnissen war insgesamt zutreffend.
Angesagt wurde eine 1:30 AAT mit den folgenden WP:

Tasksheet
 Es sollte also erstmal nach Norden ins Flache gehen, dann in den Voralpen vorbei nach Westen und zurück.

Hier mein Flighttrack

die Hoehe nach dem Abflug nur noch unter 2000m, nicht komfortabel für mich
Ich flieg als letzter ab, da ich mir am späteren Nachmittag zunahmend bessere Verhältnisse versprach. Das Gegenteil trat letztendlich ein, aber ich mach mir da keinen Vorwurf, hätte auch anders laufen können und die Entscheidung war OK.
Zunächst mal war nach dem hohen Abflug abgleiten angesagt, da wir in die tiefe Basis reinflogen.

nach dem Abflug immer tiefere Basis

Nach der ersten Wende Blick Richtung Unterwössen (direkt rechts neben dem Cockpit). Hinten der Geigelstein
Der größte taktische Fehler des Fluges bestand aber darin, nicht die etwas höhere Basis leicht südlich zu nutzen.
Ich hielt mich eher direkt an die Nordkante der Alpen, die schnellsten Piloten des Tages (Achleitner mit der GA) waren 1-2 Ketten südlicher und mit im Schnitt 400m mehr Höhe unterwegs.


die "Zahnradbahn" am Geigelstein in Unterwössen. Auch bei mir funktioniert die mit einem 2m Bart recht gut.

aber auch wenn man am der Basis klebt kommt man nicht drüber. Ich flieg nördlich vorbei in der Annahme der Nordwind hat schon eingesetzt hab aber 2m saufen.


 In Unterwössen kommen die Flieger auch nicht recht nach oben. Trotzdem find ich dort an der Zahnradbahn den letzten 2m des Tages.




Wendelstein mit Sternwarte (links).

immer wieder knifflige Stellen
ich flieg in den 2. Zielkreis ein und hätte hier gleich wenden müssen. Ich seh im Hintergrund aber noch ein Bummerl wo ich unbedingt hin will.

Bummerl im 2.Kreis

Tegernsee
 Das Bummerl lohnt sich nicht, zieht nur mit 0.5m, gibt aber schöne Ausblicke auf den Tegernsee.
Ich dreh wieder Richtung Ost, bin aber nun endgültig unter die Berge abgerutscht und muss mich mühsam an einem sonnenbeschienenen Westhang ausgraben. Die Aktion dauert 20 Minuten.

Kreisen am Hang,  anders kam man hier nicht mehr nach oben
 vor der Überquerung des Inntals mach ich wieder Maximalhöhe, was in diesem Fall stolze 1580m bedeutet. Mehr gaben die bockigen Bärte nicht mehr her.



im Hintergrund der zahme Kaiser, vor dem Inntal
 ich hatte aber die Aussage von den Lokals vom Briefing im Kopf, daß der zahme Kaiser im Nordwind steht und am Hang gehen kann. Also werf ich mich dort, in sicherer Entfernung von Kufstein als Landeplatz, an den Hang.
Hier kommt es dann zu einer unangenehmen Situation, als ich in einem guten Steigimpuls einkreise, aber den zweiten Kreis am Hang auf einmal mit 2.5m saufen durchkreisen muss.
Wenn ich so meine bisherigen 1600 Flugstunden betrachte, war das die unangenehmste Situation.

eindrehen vom Hang weg.

nach beenden des Kreises an der gleichen Stelle auf einmal mehr als 2m saufen

vielleicht noch 20m Reserve nach unten
 die Grundregel sowas erstmal mit 8'ern anzutesten macht absolut Sinn.
Vor allem ist das Kreisen dort eh nicht notwendig, da es mit fast 2m integriert am Hang geht.
So bastel ich mich dort nach oben, bis ich sicher Anflughöhe Sankt Johann hab.

2m am Nordhang vom zahmen Kaiser

Hochbasteln am Zahmen Kaiser und dann südlich vom Wilden Kaiser Richtung Sankt Johann


Rückflug auf der Südseite Wilder Kaiser.
Die Südseite trägt auch sehr gut (hier keine Windunterstützung sondern einfach einstrahlungsbedingter Hangwind) und so komm ich am Ende eigentlich mit ausreichender Höhe an den Zielkreis. Aber ich bin so blöde, daß ich mit 190km/h über den Zielkreis bretter anstatt vorher die Höhe wegzuziehen, also 50 Strafpunkte wegen zu niedrig.
Problem ist hier auch, daß das LX9000 die Ankunftshöhe unter der Annahme berechnet, daß man vorher auf bestes Gleiten hochzieht. Daher zeigt einem das LX9000 bis zur Ziellinie 30m Plus an, bis man eben dann drin ist. Leider ist mir das jetzt das 2.Mal passiert.


Nur Platz 17 und Gesamtwertung noch Rang 8.

Insgesamt einfach nicht gut geflogen, die Lokals hatten heute eindeutig die Nase vorn.

Sonntag, 1. Mai 2016

Kitzbüheler Alpenpokal Wertungstag 1

Morgens beim Briefing macht der Meteorologe David Trummer Hoffnung auf einen wirklich super Tag und er sollte Recht behalten. Ich bin sowas geiles in den Nordalpen noch nie geflogen.
Als erstes hab ich aber ein paar Problemchen zu klären, mein Trinksack war nachts eingefroren und dann morgens irgendwie ausgelaufen, also waren Sitzkissen und Fallschirm nass.
Netterweise lieh mit der Guido Achleitner, seines Zeichens ein Triumvirat aus Lokalmatador, stolzer ASG32 Besitzer und Schleicher-Vertreter, ein Original Schleicher Sitzkissen. Ich muss sagen - es ist wirklich edler und bequemer als das Schempp Hirth Schaumstoffteil.
Damit ausgerüstet konnte ja eh nix mehr schief gehen.
Aufgabe 





Die Aufgabe war eine 3 Stunden AAT. AAT deshalb, damit man auch mit gemischtem Index den Task optimal legen kann. Die maximal mögliche Tasklänge 434km und damit ein Maximalschnitt von  144km/h deutet bereits darauf hin, daß man den ersten Kreis nicht zu früh abkürzen sollte.
Als Abflugzeit lege ich für mich ca. 13:30 fest. Das sollte im besten Wetterfenster liegen, da Nachmittags Zirren aufziehen sollten.

Start

Da wir um 11 Uhr starteten, waren also erstmal 2 Stunden todzuschlagen.
Die verwendet man am besten, um schonmal auf der Strecke vorzuschnuppern wie man den ersten Schenkel angeht.
Am Ausklinkpunkt um 11 Uhr schon 3m am Integrator.
Vor dem Task teste ich an, wie der Hochkönig geht.


Am Hochkönig finde ich raus, daß die Wolken super ziehen, also sehr gute Bärte, aber nur mässig unten am Hang. 

Am Hang nix gscheites am Hochkönig


am Rückflug die Alternativlinie vom südlichen Teil der Startlinie
 zurück fliege ich die Alternative zu einem Abflug über den Hochkönig, das wäre der Abflug am südlichsten Zipfel der 20km breiten Startlinie.
Das verwerfe ich aber, da es zwar eine kleine Aufreihung gibt, die aber nirgends einen richtig saftigen Bart hergibt.

 Wie geplant flieg ich dann um 13:38 ab. Es ist ganz schön nervig wenn mann bei bestem Wetter warten muss,  aber ein Plan ist ein Plan.

Da der Hochkönig von unten raus heut nicht gut geht und man dann viele Kräten umfliegen muss, geh ich die Sache jetzt höher an und halt mich mehr an die Wolken

Nach dem Abflug wieder Richtung Hochkönig
der Task. Man sieht die beiden Zielkreise und wie ich den Hauptfehler mache, den ersten Kreis nach Osten hin nicht weit genug auszufliegen

weiter am Hochkönig, inzwischen gehts hier granatenmässig
Ich bleibe für den größeren Höhensprung geduldig bis ich einen 4m drin hab.


den ersten 4m nutze ich dann bis zur Basis
 Danach weiss ich immer noch nicht, ob meine Entscheidung richtig oder falsch war. Ich flieg eine recht große (35 Grad) Kursabweichung über das Tennengebirge. Damit bin ich der einzige im Feld.
Alle anderen kürzen zum Dachstein ab.
 
nördlicher Umweg über das Tennengebirge
 Es geht an sich sehr gut, aber ich muss hier unter der 10.000 Fuss Salzburg bleiben. Fliegt man vorne rum über den Rossbrand,  wie die anderen, kann man wegen der aktiven TRA Rossbrand bis 11500.
Ein kleiner Vorteil meines Schlenkers ist, daß man sich früher an den Dachsteinhang anlehnen kann und der geht granatenmässig.

Granaten am Dachstein


Man sieht die Wolkenstrasse auf der Tauernseite die für mich besser aussieht als der typische Weg vom Grimming ins Gesäuse
Nach dem Dachstein gabs im Grund 2 Optionen. Der Klassiker, also entlang Kammspitz, Grimming ins Gesäuse, oder aber einer schönen Aufreihung auf die Südseite folgen.
Da ich eher der Wolken als Hangflieger bin, entscheide ich mich für die Tauernseite.
Die wird üblicherweise auch zum Nachmittag hin immer besser.

einladende Aufreihung auf der Tauernseite
 Man sieht an den IGC Files, daß etwa die Hälfte der Piloten so geflogen ist wie ich, die andere Hälfte weiter nördlich.

die ersten Bärte dieser Aufreihung bringen 3m steigen

Leider hab ich dann nicht gefilmt, aber Fakt ist, daß ich etwas zu forsch und schnell unter der Aufreihung vor fliege und es versäume, am Ende nochmal einen 3m mitzunehmen. Die Aufreihung ist dann zu Ende, ohne daß ich ganz oben bin.
Ich flieg die Eisenerzer runter und lass mich etwas davon aus dem Konzept bringen, daß ich 3 mal hintereinander den Bart nicht richtig treffe.
Dadurch sinkt mein Schnitt und rechnerisch würde die geflogene Strecke dann reichen. Leider hatte die Rechnung den Nachteil, daß ich meinen Schnitt ja wieder erhöhen könnte und dann würde es eben nicht reichen. Ohne das alles im Detail richtig zu bedenken dreh ich also um.

Blick zurück Richtung 2.Zielkreis nahe dem Pass Turn (westlich Zell am See)
auf dem Weg zurück nach Osten ein 5m Bart überm Stoderzinken
 Jedenfalls gehts nun mit 134'er Schnitt zurück und meine Ankunftszeit im LX9000 geht langsam von +14 Minuten auf negativ. Ich dreh den WP ganz ins Ecke vom 2.AAT Sektor aber auch dann hab ich noch -2 Minuten.
Ab da ist klar, daß ich jetzt entspannt auf Sicherheit fliegen kann und so dreh ich den MC auf 1 zurück und flieg gemütlich nach Hause. Schneller fliegen hätte mir gar nichts gebracht.


erste Zirren am Westhimmel stören noch lange nicht.

kurz vor Zell am See

ich nehme nochmal einen 3.5m mit, da meine Ankunftszeit immer noch negativ ist.

ausfliegen des 2.Sektors bis auf den letzten km
 So hab ich +500m auf den Zielkreis, was gar nicht so schlecht ist, denn mit 500m weniger möchte ich den Pass Turn nicht gerne überfliegen.


Pass Turn, hinten rechts neben dem Cockpit das Kitzsteinhorn, dahinter liegt Sankt Johann. 500m tiefer möchte ich das Tal nicht durchfliegen

Sankt Johann

Landung
Am Ende ist es mit 133.3 die 2. schnellste Zeit hinterm Sven in der schweren 20m Antares, wegen der Indexierung wirds aber Platz 5. Eine Minute zu früh.

Das ist für mich ein sehr gutes Ergebnis. Hätte ich den ersten Sektor weiter ausgeflogen und mir die 500m Plus geschenkt, wären  rechnerisch 136km/h drin gewesen. Aber ich denke das Problem mit der Fehleinschätzung des ersten Sektors hatten andere auch und mit hätte und wenn sind schon viele Tasks theoretisch gewonnen worden. Irgendeinen Fehler macht man eben immer (ich zumindest).

Leid können einem die ganzen leichten Flieger tun, die heute von vorneherein keine faire Chance hatten. Ausserdem war der Tag ein reiner Wolkenflugtag, da bin ich in der Regel ganz gut. Schlechter wirds für mich aussehen, wenn es mal wettertechnisch schwieriger wird.


Wertung