Sonntag, 6. Mai 2012

30. April, from Hero to Zero

PFD
PFD nahe Null km
Das Klaus Duo 1-2 hält mich natürlich für etwas bescheuert da zu fliegen aber es geht ja ums Training, wie weit man bei sowas kommt.
Morgens am Platz treff ich am Flugplatz 3 Segelflieger die mit DG800 und DG1000 auf einem Wandersegelflug am Vortag in Straubing gestrandet waren. Die wollen zurück nach Aalen, dort stehen die Hänger. Ursprünglich sind die Flieger aber aus der Eifel, Dahlemer Binz.
Ich kann die nicht überzeugen mit mir über die Alpen in die Alb zu fliegen, gut für die. Da hätten nicht mal die 40 Liter Sprit der DG1000 gereicht...
Mein Flugweg:
Flugweg mit Rattelstrecken (rot)
brauchbare erste Bärte
Es geht aber gar nicht so schlecht los. Trotz 6/8 Zirren immerhin fast 2m am Pröller.
Ich gleit weiter zum Brotjacklriegl.
Nullschieber am Brotjackl
Hier hats jetzt leider 8/8 Zirren, keine Sonne mehr.
Entsprechend find ich am Brotjackl nur einen Nullschieber. Wenn ich etwas höher angekommen wäre wärs vielleicht gegangen aber so kann ich in Kreisen und 8-ten seitlich neben dem Sender versuchen die leichte Thermik einzufangen und scheitere letztendlich.
rechts unten Grafenau
Ich arbeite mich langsam tiefer nach  Elsenthal Grafenau.
Eine Landung hier mit dem Ventus ist gar nicht so einfach. Das sieht oben auf dem Bild besser aus als es ist. Wenn man hier abgesoffen ist, findet man eh keine Thermik mehr, alles umgeben von höheren Bergen.
In 200m über Else schmeiss ich den Motor und rattel mich zu einer kleinen Wolke, die genau an der Grenze steht wo die Zirren aufhören.
Wolke, noch unter der Abschirmung

Die ersten Flunsen ziehen ganz gut, und ich arbeite mich langsam in Richtung Moldaustausee, wo die Sonne ohne Abschirmung wieder voll arbeiten kann.
Eine wunderschöne Wolkenlinie reicht bis weit ins Mühlviertel.
schöne Wolkenstrasse nach Südosten
Autobahn-Ende. Blick auf die schönen Quellungen der Alpen
Ich könnte jetzt einfach die gleiche Linie zurückfliegen, aber das wär ja zu einfach.
Die Alpen locken wie immer.
Noch dazu kann man die wunderschönen Quellwolken sehen die absolut erreichbar sind mit meiner Basishöhe von 2700m (denke ich). Der letzte Bart hatte 4m und das Selbstbewusstsein hat sich vom Elsebthal Absaufer erstaunlich schnell erholt ist mal wieder oben auf.
Also Südkurs und hinter Linz in die Alpen.
Wenn man sich das Video ansieht erstaunt es doch, wie lange ich gebraucht hab um zu realisieren daß die ganzen Quellwolken sich mehr und mehr auflösen während ich da ankomme.
Flunsen links von mir lass ich liegen
 Sonst hätte ich sicher nochmal 2-300m unter den paar Flunsen ausgekurbelt die da unterwegs etwas abseits lagen.
alles zerfällt vor mir, die guten Wolken rücken immer weiter nach Süden
OK, aber der Brummer geht sicher noch
und löst sich auch in dem Moment auf
die letzte Chance ist eine etwas größere Wolke die aber auch nicht mehr fit aussieht und vor allem müsste ich da erst durch die Saufzone der Wolken fliegen (Südwind). Die Steigzone sicher an der Südseite. Meine Höhr reicht einfach nicht für solche Experimente. Ich dreh ab.
die Wolke Richtung West sieht gut aus, aber zu weit weg und auch die zerfiel kurze Zeit später
schnell Retour Richtung Seitenstätten
Von oben sahen die ganzen Almwiesen eigentlich problemlos aus, wenn man tiefer kommt sieht man, daß das alles in die eine oder andere Richtung hängt, mit Zäunen zugenagelt ist. Ich blätter in meinem elektronischen SIP Aussenlandefelderkatalog aber es ist halt einfach so, daß hier keine sind, es ist keines in Reichweite. Etwas spät für solche Überlegungen.
Ich bin mir auch keineswegs sicher, ob es noch für den Flugplatz Seitenstetten reicht.
Ich entscheide mich für eine der nicht ganz so schlechten Wiesen, ich glaube es wäre dort wirklich die einzige Chance gewesen einen Segelflieger ohne Totalschaden runter zu bringen.
meine beste Aussenlandeoption in dem Moment
Die hängt, was man im Bild nicht so gut sieht, ganz brutal nach links, einzige Chance ist also fast genau auf der Kuppe landen in Richtung auf das Haus zu. Gegangen wärs wohl, aber safe is anders.

Motor geht aber (wie bisher immer) an. Irgendwann wird er mal sicher nicht angehen. Dann freut man sich doch, wenn man sich etwas mehr Gedanken über das "Drunter" gemacht hat.

Was da meteorologisch abgelaufen ist verstehe ich überhaupt nicht. Fakt ist, daß die Quellungen in einem Umkreis von 20km alle innerhalb 1/2 Stunde verfallen sind und es nicht mal einen Zupfer gab den man hätte auskurbeln können. An Zirren lag es nicht, die Gegend war komplett eingestrahlt. Es muss irgendein fönartiger Absinkvorgang gewesen sein oder schnell einfließende Warmluft in der Höhe bzw. Kaltluft am Boden. Wetter ist nicht immer berechenbar oder für uns logisch.

auch weiter im Westen Richtung Attersee löst sich alles auf
Ich rattel mich Richtung Traunsee / Attersee aber auch dort kann ich nur einmal mühsam wellenartige 1m für 200m auskurbeln.
Der Rest ist Ratteln und abgleiten...
Windrad am Hausruck (rechts neben dem Panel)
knapper Endanflug über Straubing
aber reicht und war genau berechnet
ich schaff es immerhin am Schluss einen Endanflug aus 60km mit MC 0.5 exakt zu landen. Ankunft in 100m. Bugs sind im Rechner auf 5% eingestellt, dann stimmt die Polare genau.


Fazit:

Der Alpeneinstieg hinten um Linz rum bei St. Georgen und nicht an der im letzten Blog empfohlenen Stelle (von Passau vor Linz Richtung Traunsee/Attersee) ist nicht empfehlenswert. Kaum Optionen oder Aussenlandefelder.
Ganz im Gegensatz dazu wirklich die Gegend um den Attersee ein Traum was Aussenlandefelder betrifft (konnte ich beim Rückflug nochmal checken) und natürlich auch Michselsdorf selber. Noch dazu ein bekannter Thermikspender am Hausruck.









Samstag, 5. Mai 2012

5.Mai, Traumtag

diesmal sind sich alle Wetterdienste einig, daß es ein guter Tag wird.
Ich bin zwar früh am Flugplatz aber hab noch einiges zu basteln (Mückenputzis wieder hinmachen, Wasserventile fetten etc.).
Ich füll 50l Wasser in die PK und stell fest, daß es so wie in Namibia gewohnt ohne Flächenrad und Flächenläufer keinen Sinn macht da das Wasser oben aus den Lüftungsöffnungen abläuft sobald eine Fläche am Boden liegt.
Ich klebe kurzerhand die Entlüftungen mit einem ganz kleinen Stück Abklebeband zu. Die Idee dahinter: Sobald ich in höhere Luftschichten steige drückts das dann eh weg.
Ich bin gespannt wie es sich mit dem ganzen Wasser mit abgelegter Fläche startet, ist aber kein Problem.

Ich hab ein 772km Dreieck deklariert mit Wendepunkten Lauchingen (Flugplatz auf der Alb südöstlich Stuttgart), Steinach (bei Sonneberg im Thüringer) und Kanzel (querab Philippsreuth).
Dreieckswahl
  Das Dreieck ist also mit Start am Schenkel. Diese Dreieck haben immer den Vorteil (vor allem wichtig bei motorlosen Segelfliegern), daß man es am Ende einfach abkürzen kann. In diesem Fall läßt man also Kanzel weg und gleitet gleich nach Straubing wenn man erkennt, daß man den letzten TP nicht schaffen kann.
Ich hab meinen neuen Startpunkt für Westdreiecke jetzt östlich Munlager gelegt damit ich dort so hoch steigen kann, daß ich bei Abflug nach Westen in ca. 1300m über Munlager ankomme. Ich muss dann abends den Startpunkt bei DMST FAI Dreiecken mit mindestens Abflughöhe - 1000m überfliegen (muss man sich merken wie hoch das ist). Der Punkt ist ausserdem so gewählt daß ich dann auch Straubing schaff.
 
Flugweg
Dieses Dreieck nach Westen abzufliegen hat den Nachteil, daß ich den aktiven Bayerwald am morgen nicht nutzen kann aber der Vorteil, daß ich abends länger fliegen kann.
Meine neue Dreieckstaktik wird aber bei normalem Wetter zukünftig sein, daß ich erst den Dreieckspunkt im Südosten (z.B. Dreisessel) anflieg, dann den gleichen Weg zurück und dann nach Westen weiter. Hört sich nach einem Riesenumweg an, aber da der Bayerwaldkamm im Vergleich sehr früh geht (meist mind. 1 Stunde) trotzdem sehr lohnend.

Satbild und Dreieck. Man sieht daß es homogen gut ist, nur der Schenkel westlich Nürnberg ist blau
 Dann spar ich mir nämlich das Gegurke in Minderwertigen Bärten was ich mir heute am Abflug antun muss.
50km/h Schnitt und 0.6m steigen bis Regensburg fangen schonmal gar nicht gut an.
Abflug, schaut eigentlich gut aus.
Dabei ist AM Müller jetzt (10:30 ESZ) bereits eine Stunde unterwegs und ich schaff nicht mal 1m integriert. Die einzigen Wolken stehen auch weit nördlich Munlager, ein Riesenumweg.
der Dreck zieht nicht, maximal 1m
Ich kämpf mich bis Regensburg vor, ab hier wirds, ohne daß sich die Wolkenoptik großartig ändert, schlagartig besser.
Regensburg
die ersten Wolkenstrassen
die ersten Wolkenstrassen stehen weiter südlich als normal und so flieg ich diesmal südlich Beilngries.
an der Alb, links AM

Die schwäbische Alb geht wie die Feuerwehr und ich kann nicht anders als nach meinem Wendepunkt Laichlingen noch weiter nach Westen fliegen, die Wolkenstrassen genial.
Ich lauf auf AM auf, den man leicht an seiner Bugdüse erkennt. Er schwört drauf und es macht ja auch absolut Sinn in der offenen Klassen den langen Weg über die Schläuche zu vermeiden.
Ich flieg noch ca. 20km weiter und wende dann. Ich kann erstmal nicht den direkten Weg auf Sonnenberg nehmen, da die Stuttgarter CTR im Weg ist.
und die Alb zurück unter Traumstrassen
Schnitt hier in diesem Abschnitt ca. 150km/h. Der Ventus mit Wasser ist wie geschaffen für diese Bedingungen.
abbiegen Richtung Nord, oh je.
Nur Masochisten tun sich bei so einem Wetter Dreiecke an, aber so war halt der Plan...
Es hilft nichts, ich muss von der Alb runter ins Blaue.
aber Bärte stehen auch im Blauen recht gut
ich flieg trotz der frustrierenden Optik weiter mit MC=2 vor und schaffe es ohne Hungerbärte weiterzukommen und nehme nur >2.5m am Integrator an. Die Belohnung ist auch auf dieser Schenkel ein 120km/h Schnitt wobei 15km/h Rückenwind dabei waren.
Ich flieg durch die TMZ Nürnberg, da dort einige Flunsen rumstehen und schalt meinen Transponder an.
die erste fette Wolke, Steigen am Anschlag. Der Bart bringt 5m integriert, der andere Segelflieger hat nicht zentriert und gibt sich mit 3m zufrieden.
die ersten guten Wolken stehen ab ca. Bamberg rum und bringen herausragende Steigwerte.
Der Einstieg in den Thüringer diesmal aufgrund der hohen Basis super einfach. Dort aber tatsächlich etwas schattig.
runter über den Oberpfälzer Wald Richtung Arber
 Auch der Oberpfälzer steht wie eine 1 aber die Wolken sehen besser aus als sie sind. Oder ich war zu blöd die Steigkerne zu finden, eins von beiden.
man sollte doch meinen hier stehen >3m ?
so sieht das Ding von unten aus - kaputt.
einige Wolken zerfallen über mir und ich finde nur maximal 1-1.5m. Zu wenig.
Ich flieg recht forsch weiter Richtung Arber.
einfach zu benennender Auslöser
Wo der Kaitersberg in den Arber übergeht steht eine Rinne genau in Südwestrichtung orientiert in die der Wind heute reinbläst.Genau drüber eine schöne Wolke.
Ich komm dort mit 200m über Grat genau richtig an. Kommt man an so einer Stelle zu tief wird es sofort sehr schwierig, sowas kann man dann kaum mehr auskurbeln.
zieht gut !
weiter am Lusen vorbei, der Bayerwald steht immer noch gut im Futter
Der Plan den Bayerwald für den letzten TP (Kanzel) zu nutzen geht voll auf. Immer noch trotz bereits offiziellem Thermikende (18 Uhr) noch super tragende Linien.
Ich verlänger mein Dreieck weiter auf 840 FAI und dreh dann auf meinen Endpunkt.
Weiter trau ich mich nicht da ich ja mein Dreieck auf jeden Fall schließen will, es wären aber durchaus 900km FAI drin gewesen.
ein schöner Tag geht zu Ende
Am Ende sinds ein 840 freies FAI, 772km angemeldet und OLC 874km mit einem 106'er Schnitt.
Leider stell ich am Abend fest, daß mein Dreieck zwar in der DMST Wertung drin ist, nicht aber im OLC Plus. Wie kann das sein ?
Dreieck nach OLC Plus Regeln NICHT geschlossen
Ich hab zwar die FAI Sektoren richtig an und abgeflogen, damit zählt es für die DMST, aber damit das OLC Plus Dreieck zählt muss max. 1km Distanz vorliegen. Bei mir sind es 1.3km, der ganze OLC Bonus fürs Dreieck - weg ! Daher: Immer einen Marker setzen wo man den Motor aus macht oder sich vom Schleppseil trennt ! Genau da wieder hin oder so, daß sich die Wege kreuzen.
Am Ende daher Tagesrang Platz 2 in der DMST aber nur Rang 18 im OLC Plus.

Es ist bei ähnlich gute Wetterbedingungen und besserer Tageslänge (Juni) von Straubing aus mit dem Ventus durchaus zu schaffen ein deklariertes 1000km zu fliegen. Ich denke nun das erste Mal, daß es für mich wirklich möglich ist. Ob ichs probier weiss ich noch nicht, da das Pokern auf so ein großes Dreieck auch sehr frustrieren kann wenn man 5x hintereinander scheitert.

P.S. Das Wasser läuft auch mit abgeklebten Öffnungen raus, dauert aber 10 Minuten.








Mittwoch, 2. Mai 2012

1.Mai Flug, mit Wolkenkunde

Wetter-Jetzt und DWD waren sich einig, daß es kein guter Tag werden würde.
Wetter-Jetzt hatte die PFD am Vortag noch bei 0km, Problem hier aufliegende Wolken und Regen am Nachmittag. DWD war der Meinung der Tag wird blau.
WRF Modell sagte Wolkenbildung auf den Rennstrecken vorher.
Für mich war 100% klar, daß der Tag Wolken haben wird, am Abend vorher war die Labilität auf einmal angestiegen und die Luftmasse hatte sich kaum verändert. Diese Warmlufttage die langsam von der Höhe her labiler werden bieten manchmal ausgezeichnete Bedingungen am Bayerwaldkamm.
Ferner war bereits von der Wetterprognose her klar, daß aufgrund der Südströmung der Schwerpunkt der Bayerwaldkonvergenz auf die Tschechische Seite hin verschoben sein dürfte.
Mein Dreieck (ca. 750km) deklarierte ich entsprechend mit Wendepunkten im Mühlviertel zwischen Ottenschlag und Freistadt, den zweiten dann Ostecke Erzgebirge und den dritten Schneeberg (nahe Ochsenkopf, nahe Bayreuth). Es war angesichts der Jahreszeit (zu kurze Tage) wohl zu groß, aber man wächst ja an den Aufgaben.
Hier das Satbild:
Satbild 14 Uhr
man erkennt hier (14 Uhr lokal), daß wirklich nur die Rennstrecken laufen und daß es aber dort wirklich perfekt ist.
Track und deklariertes Dreieck, nicht geschafft.

im Prinzip waren im Nachhinein gesehen die Wendepunkte perfekt gewählt, das Dreieck war aber einfach aufgrund des durch die CTR Prag erzwungenen Umweges zu groß.
Ich werde nächstes Mal ganz frech mal anfragen ob ich durch Prag durchfliegen kann.
Zum Flug:
fette Inversion sichtbar, bei ca. 800m MSL.

tote Luft bis hinterm Pröller
wie immer Munlager Motor aus in 1700m, Flug Richtung Pröller.
Die Luft ist komplett tod, nichtmal ein Zupfer. 
Leider steht diesmal die erste Wolke (rechts) am Hirschenstein, unerreichbar für mich. Aber man kann sich am Gelände ja ungefähr aussuchen wo dann die Ablöse am Pröller stehen sollte da sich die Geländestrukturen ähnlich sind.
Bei meinem Anflug bildet sich links ein kleiner Flunsen. Ich dreh sofort in diese Richtung ein da der super in meiner Reichweite liegt.
Jeder einzelne der Bärte liegt (leichter Südwest) leicht im Lee der Berge. Das ist also auf der Nordostseite, im Schatten. Es ist allerdings anzunehmen, daß der tatsächliche Ablösepunkt exakt der Berggipfel war. Der Versatz kommt einfach daher, daß ich dort höher ankomme.
Man kann es sich fast als Grundregel merken daß man die Bärte bei Wind fast grundsätzlich im Lee der Auslösepunkte suchen muss. Das gilt eben sogar dann, wenn das die Schattenseite ist.
so schön sieht die Wolke dann aus als ich dran bin
Die Flunse wächst rasant an und als ich da bin find ich (bis dahin nichtmal ein Ruckeln) sofort 1.5m integriert (ich meine immer die Seeyou Messung inkl.zentrieren etc. und nicht die Maximalwerte am Integrator die meist deutlich höher sind).
Es ist zwar ein Riesen Umweg, aber dennoch aufgrund der Flunsenverteilung absolut offensichtlich, daß ich zuerst nach Norden, Richtung Arber/Osser muss.
erst nach Nordosten, dann nach Südosten ist die einzige Option

hinterm Osser, links neben dem Faden der gr. Arber.
einfach zu fliegen, erste Anzeichen der Konvergenz (Basissprung)

Ungefähr ab Lusen (aber deutlich auf die CZ Seite versetzt) werden die Bärte wirklich gut (2.5 integriert) und die Basis steigt bereits jetzt (12 Uhr lokal) auf fast 3000m (nur einzelne Wolken sind so hoch) an, die ich wegen FL95 Begrenzung in Tschechien nicht ausnutzen kann.
weiter südlich auch mal größere Lücken zwischen den Wolken
 Es gibt zwischendurch schöne Linien, dann wieder Wolkenlöcher die aber aufgrund der super Basis kein Problem sind. Ausserdem zieht es auch dazwischen im Blauen, Absaufrisiko nahe Null.
So, jetzt etwas Wolkenkunde, weil es an dem Tag so perfekt zu sehen war:
klarer Fall, rechte Seite
oben ein wirklich einfacher Fall. Ich nenne solche Wolken Schuhwolken, da sie vorne die Zehen haben, hinten geht das Bein schräg weg. Solche Gebilde ziehen in 99% vorne an den Zehen am besten.
In so einem Fall völlig Wind und Sonne ignorieren und das anfliegen was einem die Wolke sagt.
etwas schwieriger aber immer noch eindeutig
Schon an der Flunse links erkennt man wie der Thermikschlauch zieht. Die fette Wolke rechts zieht sicher mit 3m und man sieht die Andeutung einer Ausfransung rechts oben, daher auch klarer Fall daß die links ziehen wird.

perfekte Konvergenz
 beim Zurückfliegen nach Nordwest hat sich die Konvergenz perfekt aufgebaut.
Wo fliegt man diese Dinger am besten an ?
Oben erkennt man den Basissprung um fast 400m, an der scharfen Unterkante der kleinen Cu (am Faden) sieht man den besten Weg.
Ist man tief, kann man auch fast genauso gut unter der linken Kante des tiefen Teils fliegen. Neben der Kante gehts, natürlich unter Einhaltung sämtlicher seitlichen Abstände im entsprechenden Luftraum hoch wie am Hang.
die schöne Bayerwaldkonvergenz verlassen, Blick Richtung Karlovy.
Das tschechische Tiefland selber ist annähernd Wolkenlos, ich flieg also die gleiche Linie wieder retour, aber irgendwann muss ich die schöne Linie halt aufgeben und etwas ins Blaue, ich will ja das Dreieck fliegen.
Schwer wirds aber trotzdem nicht, Richtung Karlsbad stehen schon wieder schöne Wolken. Basis nicht mehr so hoch und Steigwerte deutlich tiefer aber allemal OK.
Clearance gibts wie immer vom netten Controller in Karlsbad, wobei ich mir Positionsmeldungen ersparen indem ich meinen Transponder einschalte. Er verfolgt mich tatsächlich andauernd weil er sich in dem Moment meldet wo ich die CTR verlasse.
Erzgebirge kocht

Am Erzgebirge sehr viele Überentwicklungen aber leicht fliegbar. Auch die Seite logisch, die Windräder am Erzgebirge zeigen Südwind an, die Linie steht weit nach Norden versetzt und die wetteraktive Seite der Überentwicklungen natürlich auf der Südseite anzufliegen (konvergenter Wind).
Auch hier einfache Grundregel. Weht der Bodenwind auf eine Überentwicklung zu wird man auf dieser Seite der Wolke immer Steigen finden.
Leider hört die Wolkenherrlichkeit 35km vor meinem Wendepunkt auf, es ist bereits 15:30 Uhr.
70km im Blauen ist möglich, danach wäre aber mein Task mit 70% Sicherheit nicht mehr zu schaffen, ausser ich find noch den 19 Uhr Wunderbart (durchaus möglich heute, wegen der starken Labilität).
Trotzdem möchte ich mal wieder einen Flug ohne Motor zu ende bringen und dreh ab.

am Rückweg auch mal größere Lücken
Am Rückweg am Erzgebirge Richtung Westen sind schonmal einige Wolkenlücken zu überbrücken aber meine Gleitzahl auch im Blauen und ziemlich Vollgas immer noch fast 50. Der Grund ist einfach der richtige Abstand vom Erzgebirgskamm, der mir durch die vorherigen Wolken vorgegeben war. Warum sollte sich die tragende Linie im blauen auf einmal verschieben ?
Granate mit Ansage
obige Wolke ist deshalb tragisch, weil man natürlich sehen kann daß ich dort viel zu hoch ankomm um das enorme Potenzial dieser Energie sinnvoll zu nutzen.
Daß dieses Ding ein aktives Monster ist sieht man an mehreren Punkten. Das wichtigste sind die fließenden Muster (1) wie bei einem Aquarell an der Seitenkante. Das haben nur gerade extrem aktive Aufwindzonen. Man sieht das auch manchmal an viel kleineren Wolken. Das sind immer Granaten.
Diese Wolke bietet dann gleich 3 weitere Aufwindmerkmale.
Bei (2) ein rotierender Aufwindschlauch, der hier völlig harmlos ist, aber genau an dieser Stelle entstehen dann teils die Tornados.
bei (4) Flunsen, die im Aufwind hochgerissen werden. Man kann das schon im Anflug erkennen ob der Fraktusfetzen richtig schön reingesaugt wird und bekommt ein Gefühl ob das 2m oder 8m sind.
Bei (3) wenn man tief genug ist, wäre trotzdem mein idealer Anflugpunkt. Eine kegelförmige Absenkung ist auch, wenn man der Wolke ansehen kann daß sie aktiv ist, ein 100% Merkmal.
Die Wolke brauchte mir 200m in 25 Sekunden. Integrator nach einem Kreis bei 6.8m.

rechts Regen, tolle Wolkenstimmungen
Der letzte Schenkel ab Bayreuth ist halt wie immer . Beim Weg nach Süden stehen die aktiven Dinger noch überm Wald, dennoch ist diese Route mit Vorsicht zu geniessen da man dann in ansteigendes Gelände reinfliegt und oft sind die Wolken dann weiter weg als man denkt. Daher der direkte Weg an Grafenwöhr vorbei über Munlager mit etwas Flunsen in der Abendthermik trotzdem teilweise besser.
Vorteil am Weg übern Arber / Pröller wäre natürlich nochmal einige km mehr die man am Abend verlängern kann.


letzte Flunsen in der Abendthermik (1m)
wie immer aufpassen, vorm Munlager ist halt die Waldkante und 300m Plus aufs Munlager braucht man um erstens über die Kante und dann auch nach EDMS zu kommen. Wie fast immer wenn man über die Kante am Abend fliegt starkes saufen direkt an der Kante und erst am Hangfuss der Abendaufwind (immer noch kurbelbar um 19 Uhr !). Das System hinter diesem Aufwind werde ich nie verstehen.

Hier der Flug im OLC:
OLC

Jürgen hat die LS4 geflogen und einen super Schnitt hingelegt (96km/h) mit der leeren LS4:
Jürgen OLC

Der Sepp, na ja, der hat glaub ich genug gelitten. Da sagen wir mal nix mehr dazu. Ausser: traue nie dem Wetterbericht.