Sonntag, 1. Mai 2016

Kitzbüheler Alpenpokal Wertungstag 1

Morgens beim Briefing macht der Meteorologe David Trummer Hoffnung auf einen wirklich super Tag und er sollte Recht behalten. Ich bin sowas geiles in den Nordalpen noch nie geflogen.
Als erstes hab ich aber ein paar Problemchen zu klären, mein Trinksack war nachts eingefroren und dann morgens irgendwie ausgelaufen, also waren Sitzkissen und Fallschirm nass.
Netterweise lieh mit der Guido Achleitner, seines Zeichens ein Triumvirat aus Lokalmatador, stolzer ASG32 Besitzer und Schleicher-Vertreter, ein Original Schleicher Sitzkissen. Ich muss sagen - es ist wirklich edler und bequemer als das Schempp Hirth Schaumstoffteil.
Damit ausgerüstet konnte ja eh nix mehr schief gehen.
Aufgabe 





Die Aufgabe war eine 3 Stunden AAT. AAT deshalb, damit man auch mit gemischtem Index den Task optimal legen kann. Die maximal mögliche Tasklänge 434km und damit ein Maximalschnitt von  144km/h deutet bereits darauf hin, daß man den ersten Kreis nicht zu früh abkürzen sollte.
Als Abflugzeit lege ich für mich ca. 13:30 fest. Das sollte im besten Wetterfenster liegen, da Nachmittags Zirren aufziehen sollten.

Start

Da wir um 11 Uhr starteten, waren also erstmal 2 Stunden todzuschlagen.
Die verwendet man am besten, um schonmal auf der Strecke vorzuschnuppern wie man den ersten Schenkel angeht.
Am Ausklinkpunkt um 11 Uhr schon 3m am Integrator.
Vor dem Task teste ich an, wie der Hochkönig geht.


Am Hochkönig finde ich raus, daß die Wolken super ziehen, also sehr gute Bärte, aber nur mässig unten am Hang. 

Am Hang nix gscheites am Hochkönig


am Rückflug die Alternativlinie vom südlichen Teil der Startlinie
 zurück fliege ich die Alternative zu einem Abflug über den Hochkönig, das wäre der Abflug am südlichsten Zipfel der 20km breiten Startlinie.
Das verwerfe ich aber, da es zwar eine kleine Aufreihung gibt, die aber nirgends einen richtig saftigen Bart hergibt.

 Wie geplant flieg ich dann um 13:38 ab. Es ist ganz schön nervig wenn mann bei bestem Wetter warten muss,  aber ein Plan ist ein Plan.

Da der Hochkönig von unten raus heut nicht gut geht und man dann viele Kräten umfliegen muss, geh ich die Sache jetzt höher an und halt mich mehr an die Wolken

Nach dem Abflug wieder Richtung Hochkönig
der Task. Man sieht die beiden Zielkreise und wie ich den Hauptfehler mache, den ersten Kreis nach Osten hin nicht weit genug auszufliegen

weiter am Hochkönig, inzwischen gehts hier granatenmässig
Ich bleibe für den größeren Höhensprung geduldig bis ich einen 4m drin hab.


den ersten 4m nutze ich dann bis zur Basis
 Danach weiss ich immer noch nicht, ob meine Entscheidung richtig oder falsch war. Ich flieg eine recht große (35 Grad) Kursabweichung über das Tennengebirge. Damit bin ich der einzige im Feld.
Alle anderen kürzen zum Dachstein ab.
 
nördlicher Umweg über das Tennengebirge
 Es geht an sich sehr gut, aber ich muss hier unter der 10.000 Fuss Salzburg bleiben. Fliegt man vorne rum über den Rossbrand,  wie die anderen, kann man wegen der aktiven TRA Rossbrand bis 11500.
Ein kleiner Vorteil meines Schlenkers ist, daß man sich früher an den Dachsteinhang anlehnen kann und der geht granatenmässig.

Granaten am Dachstein


Man sieht die Wolkenstrasse auf der Tauernseite die für mich besser aussieht als der typische Weg vom Grimming ins Gesäuse
Nach dem Dachstein gabs im Grund 2 Optionen. Der Klassiker, also entlang Kammspitz, Grimming ins Gesäuse, oder aber einer schönen Aufreihung auf die Südseite folgen.
Da ich eher der Wolken als Hangflieger bin, entscheide ich mich für die Tauernseite.
Die wird üblicherweise auch zum Nachmittag hin immer besser.

einladende Aufreihung auf der Tauernseite
 Man sieht an den IGC Files, daß etwa die Hälfte der Piloten so geflogen ist wie ich, die andere Hälfte weiter nördlich.

die ersten Bärte dieser Aufreihung bringen 3m steigen

Leider hab ich dann nicht gefilmt, aber Fakt ist, daß ich etwas zu forsch und schnell unter der Aufreihung vor fliege und es versäume, am Ende nochmal einen 3m mitzunehmen. Die Aufreihung ist dann zu Ende, ohne daß ich ganz oben bin.
Ich flieg die Eisenerzer runter und lass mich etwas davon aus dem Konzept bringen, daß ich 3 mal hintereinander den Bart nicht richtig treffe.
Dadurch sinkt mein Schnitt und rechnerisch würde die geflogene Strecke dann reichen. Leider hatte die Rechnung den Nachteil, daß ich meinen Schnitt ja wieder erhöhen könnte und dann würde es eben nicht reichen. Ohne das alles im Detail richtig zu bedenken dreh ich also um.

Blick zurück Richtung 2.Zielkreis nahe dem Pass Turn (westlich Zell am See)
auf dem Weg zurück nach Osten ein 5m Bart überm Stoderzinken
 Jedenfalls gehts nun mit 134'er Schnitt zurück und meine Ankunftszeit im LX9000 geht langsam von +14 Minuten auf negativ. Ich dreh den WP ganz ins Ecke vom 2.AAT Sektor aber auch dann hab ich noch -2 Minuten.
Ab da ist klar, daß ich jetzt entspannt auf Sicherheit fliegen kann und so dreh ich den MC auf 1 zurück und flieg gemütlich nach Hause. Schneller fliegen hätte mir gar nichts gebracht.


erste Zirren am Westhimmel stören noch lange nicht.

kurz vor Zell am See

ich nehme nochmal einen 3.5m mit, da meine Ankunftszeit immer noch negativ ist.

ausfliegen des 2.Sektors bis auf den letzten km
 So hab ich +500m auf den Zielkreis, was gar nicht so schlecht ist, denn mit 500m weniger möchte ich den Pass Turn nicht gerne überfliegen.


Pass Turn, hinten rechts neben dem Cockpit das Kitzsteinhorn, dahinter liegt Sankt Johann. 500m tiefer möchte ich das Tal nicht durchfliegen

Sankt Johann

Landung
Am Ende ist es mit 133.3 die 2. schnellste Zeit hinterm Sven in der schweren 20m Antares, wegen der Indexierung wirds aber Platz 5. Eine Minute zu früh.

Das ist für mich ein sehr gutes Ergebnis. Hätte ich den ersten Sektor weiter ausgeflogen und mir die 500m Plus geschenkt, wären  rechnerisch 136km/h drin gewesen. Aber ich denke das Problem mit der Fehleinschätzung des ersten Sektors hatten andere auch und mit hätte und wenn sind schon viele Tasks theoretisch gewonnen worden. Irgendeinen Fehler macht man eben immer (ich zumindest).

Leid können einem die ganzen leichten Flieger tun, die heute von vorneherein keine faire Chance hatten. Ausserdem war der Tag ein reiner Wolkenflugtag, da bin ich in der Regel ganz gut. Schlechter wirds für mich aussehen, wenn es mal wettertechnisch schwieriger wird.


Wertung

Kitzbüheler Alpenpokal Trainingstag

Der KAP findet nun das 3.Mal statt. Es ist eine gemischte Wertung, wo alle Klassen nach Index gemeinsam gewertet werden. Geflogen wird ab Sankt Johann.
Das Wetter für Freitag ist bestens vorhergesagt und so reise ich einen  Tag früher an, um am Trainingstag mitzumachen.
Tasksheet


Ich start als erster, noch ist alles blau, aber an der Ausklinkstelle überm Wallerberg gehts mit 1.2m aufwärts bis ca. 2200m.
Da es für den kurzen 248km Task viel zu früh ist mach ich erst mal Sightseeing Richtung Zugspitze.

Flugweg


Wilder Kaiser
 Fliegt man von Sankt Johann nach Westen gehts fast zwangsläufig am Kaiser entlang. Dort gibt es heute auch unter 2000m brauchbare Thermik. Ich such erstmal vorgelagert an der Schneegrenze und find erst im 2.Anlauf raus, daß der beste Bart halt doch dicht neben der tief verschneiten Wand liegt.


vorgelagert der erste Bart, war aber nicht der stärkste am Kaiser

 Das mit dem Schnee muss ich erst lernen, bin noch nie bei so viel Schnee in den Alpen geflogen. Sieht aber toll aus !

Überquerung Inntal

Alles noch blau, im Vorland stehen die Wolken

Tegernsee
beim Flug Richtung Westen überfliege ich nacheinander den Tegernsee, Walchensee und Plansee, die alle mit einer unterschiedlichen Blaufarbe aufwarten können. Der Flug ist trotz nur 2300m Basis komplett entspannt  und einfach.

Garmisch und rechts die Zugspitze

Plansee
 Ich flieg bis zum Lechtal und dann gehts zurück Richtung Startlinie für den Task, die ich um 14:40 überfliege. Bis auf einen ganz kurzen Zauderer bei Saalbach kurz nach dem Start, wo ich versuch einen 1.5m zu zentrieren, dann aber am Honigkogel (einem Standardbart) neben Zell am See dann doch 3.5m finde, gehts super voran.

Richtung Zell am See

Blick über den Rossbrand Richtung Dachstein

 Überm Rossbrand und Dachstein hat sich am Pinzgauer Spaziergang entlang eine nette Aufreihung gebildet, die ein schnelles Vorankommen ermöglicht.
Am Ende sinds 131km/h Schnitt, sowas schnelles hab ich im Wettbewerb noch nie geflogen.

Am Abend gibts ein absolut geniales Buffet, spendiert von den Ausrichtern (gratis). Das ist neu, daß man da noch zum Essen eingeladen wird.
Wie immer ist bei den Österreichern alles entspannt, das ändert sich auch nur ganz kurz, als sich einer der Top-Piloten durch einige vom Organisatorenteam bestimmte Regeln benachteiligt fühlt und seinen Rückzug ankündigt.
Ich denke, man kann so eine gemischte Wertung nie ganz fair gestalten. Je nach Wetter wird mal der schwer Eigenstarter Vorteile haben, mal die leichte Clubklasse.
Was auch sicher auch ein Problem ist, ist der Index der Doppelsitzer Arcus und ASG32, die die gleiche Performance haben wie ein 18m Flieger, aber eben 4% Indexvorteil.
Aber die meisten sind hier zum Spass haben und schauen glaube ich nicht ganz so verbissen auf die Wertung.



Samstag, 23. April 2016

Hoher Spaßfaktor beim ersten Streckenflugwetter



Seit Tagen war für Mittwoch den 20. April das gute Streckenflugwetter vorhergesagt:

Lt. PFD hatte der Tag Poential für bis zu 700km.

Und wie es im April öfter vorkommt, standen die Zeichen auf einen sehr frühen Thermikbeginn. Entsprechend klein waren die Augen bei Karl, Roy, Philipp und Christian Lange (vom LSV Dingolfing), als sie um 07:30 die Hallentore aufschoben.

So blieb aber genug Zeit, um ohne Stress die Flieger aufzurüsten und alle Checklisten in Ruhe abzuarbeiten - denn beim ersten Streckenflug der Saison sind viele Abläufe noch ein wenig eingerostet. Um 09:45 lokal erhoben sich die 3 Segler FB, XL und PK in die Lüfte mit Kurs Richtung bayerischem Wald.

Nach dem Ausklinken bzw. Einfahren der Rattel kam endlich dieser Moment der Freiheit, auf den man schon seit Monaten hingedarbt hatte... Anfangs hatten die 4 Piloten noch recht wenig Luft unter den Flügeln, die Thermik war noch schwach und die Basis niedrig. Daher entschloß sich Karl noch zu einer zweiten Frühstückpause in Deggendorf, bevor er nach erneutem Schlepp durch Peter Ruff seinen Flug Richtung Oberpfälzer Wald antrat:
 

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Trotz der guten Vorhersage wollten sich die Top-Bedingungen nur für einen kurzen Zeitraum einstellen. Bereits am frühen Nachmittag geriet der Wetterraum unter Warmlufteinfluss und die Cumuli trockneten immer mehr ab. Umso spannender war für Karl der Rückflug, den er konsquent bestritt und nach Erreichen der südlichsten Bayerwaldkante noch mit einem Schlenker nach Regensburg und zück nach Deggendorf verlängern konnte. Am Ende wurden es ansehnliche 224km mit einem schön eingebundenem Dreieck.

Roy und Chris in der XL wollten im losen Teamflug mit Philipp in der PK Richtung Österreich und dann in die Tschechische Republik. Das ging gleich mal in die Hose, da auch Philipp erneut landen musste - wegen einer ausgehängten Fahrwerksklappe.

Die XL kam ganz gut voran und konnte sich, vom Rückenwind getragen, Richtung Grafenau vorarbeiten. Nach einem Schlenker Richtung "Hauptkette" gings ab dem Dreisessel endlich in sehr guten Bedingungen vorwärts.

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Mit einem 115km/h Schnitt gings vorbei am Moldaustausee und durchs Mühlviertel. Tief in Österreich flogen wir bis zur Luftraumgrenze vom Flughafen Wien und wendeten nach einem 226km Schenkel über St. Pölten Richtung Norden. Für Roy war es der erste Flug so tief ins Mühlviertel, und es macht immer besonders viel Spaß, ein neues Fluggebiet zu erkunden. Hier trafen die XL und die PK wieder zusammen, nachdem PK ihren ersten Schenkel mit 114er Schnitt mit einer etwas früheren Wende beendet hatte.

Auf dem Rückweg von Österreich. Die ersten km sahen noch gut aus. Wer genau hinschaut kann die PK im Vordergrund erkennen.



Chris und Roy in der XL

Schnell stellte sich raus, das die beiden Flieger den Nachmittag auf einem Acker in Tschechien verbringen würden, wenn sie trotz dem Warmlufteinfluss Richtung Norden weiterflögen. Also gings zurück Richtung Arber mit Ziel Karlsbad. Leider erwischte die XL auch hier die Abtrocknung, so daß sie sich nach Wende am Dachsriegel hinter dem Arber eingrub und dann die Heimreise zur Vollendung ihres 588km Fluges antrat.

Der letzte Schnee am Arber schmilzt dahin - und mit ihm die letzten Culumi in der Distanz...

Der Track von Philipp war sehr ähnlich - er konnte seine frühere Wende in Österrreich ausgleichen durch einen verlängerten 3. Schenkel vom Dachsriegel bis runter zum Lusen, dann folgte auch er dem verlockenden Aussicht, den Abend nach vorzeitiger Landung auf der Sonnenterasse vom Flugplatzrestaurant zu verbringen. Für die PK und die XL wurden es jeweils knapp 590km.

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Damit die besagten Gäste im Flugplatzrestaurant auch was zum Kucken haben, gabs zum Abschluss noch einen tiefen Überflug...



Am Ende ein rundherum erfolgreicher, schöner Flugtag mit ein paar neuen Erlebnissen und Lerneffekten.

Karl, Philipp, Roy und Chris








Freitag, 1. Januar 2016

Namibia 2016

diesmal nur ein kurzer Bericht, weil ich meine Kamera zu Hause vergessen hatte und nur ein paar Handyphotos gemacht hab.
Ich kam am 07.12. an und hatte die Granaten - Woche vorher verpasst. Genau als ich kam,  kippte das Wetter um und wir bekamen in einer Nordströmung die feuchte Pampe aus Angola und Simbabwe verpasst.

07.12. - 11.12. feuchte Angolapampe


Durch kurzfristig etwas trockenerer Luft gelangen aber in dem Schauergebrodel 2 kurze Flüge am 09.12. und 11.12.2015.
09.12. schnell Überentwicklungen

Schauer über Kiripotib
am 11.12. zog es mich aufgrund der sich schnell auftürmenden Wolken auch schnell wieder Richtung Heimat auch wenn Bostjan mal wieder zeigen konnte was alles möglich ist, wenn man Gewitter konsequent ignoriert.
da sollte man besser nicht durchfliegen

Schauer Richtung Kiri, wie so oft in meinen 3 Flugwochen

12.12. - 16.12. Blau und kalt

wie so oft wird die feuchte Pampe in Namibia dann durch eine Kaltfront aus Süden ausgeräumt, die im Gegensatz zu Europa allerdings furztrockene und stabile Luft nach Namibia führt. Die Kaltluft ist also in erster Linie am Boden kalt und es braucht oft viele Tage bis die Sonne die eingeflossene Luftmasse soweit erwärmt hat, daß sich wieder hochreichende Thermik einstellen kann.

keine Wolke über ganz Namibia am 15.12.
am 15.12. machen wir wie letztes Jahr auch schon eine kleine Kiripotib-Challenge und deklarieren ein 695km FAI was von 5 Leuten dann geflogen wird. So macht dann auch ein Tag im Blauen Spass.
Dazwischen machen wir ein paar Ausflüge zu Nachbarfarmen wie Bagatelle und Kuzikus.
Besonders letztere verfügt über extrem viel Wild und hat sogar ein paar Rhinos.

Bagatelle Farm

Farm Kuzikus, sehr lohnenswert


17.12. - 23.12. die einzige gute Woche

am 17.12 sind die ersten Wolken vorhergesagt und ich deklarier zur Übung ein 1000 FAI.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4809504
das schaff ich dann auch und Platz 1 im OLC.
Der 18.12. ist noch besser und einer der besten Tage in Namibia für mich.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4810129
Bernd Dolba bimmelt schon um 6:30 wie verrückt die Glocke um alle aus dem Bett zu schmeissen da er einen frühen Start ahnt (was auch so kommen wird).
Mit Sybille und Ingo sowie dem Bandar Prinzen flieg ich nach dem Start um kurz vor 10 !! erstmal Richtung Süden und ein starker Rückenwind schiebt uns rasch Richtung Keetmanshoop.
die Berge südlich Keetmanshoop, ich flieg einfach immer weiter...
 Da der Schnitt am ersten Schenkel 150km/h ist, flieg ich weiter und lass mich auch vom Massiv südlich Keetmanshoop nicht aufhalten, was ich vorher noch nie überquert habe. Südlich verlasse ich den Namibianischen Segelflugsektor und muss bei der super Basis aufpassen, nicht über FL145 zu kurbeln. Die Bärte querab Keetmanshoop etwas schwierig, über den braunen Bergen aber wieder bis zu 6m Steigen integriert.
Als die Entfernung zu Kiri die 500km Marke übersteigt wird mir aber auch mulmig und ich dreh im Gegenwind nach Norden. Nach ein paar unschlüssigen Kilometern ändere ich den Kurs Richtung Nordost, um aus dem Out-Return noch ein schönes FAI zu basteln. Ausserdem verspreche ich mir weniger Gegenwindkomponente weiter im Osten (der Plan ging perfekt auf).


am Schenkel Richtung Lendepass

Letzter Schenkel Richtung Kiripotib, mal wieder Schauer
 
ein heftiger Dustdevil neben dem Schauer
nach dem östlichen Punkt am Lendepass lieg ich super in der Zeit und kann das FAI weiter auf 1187km hochschrauben, indem ich noch einen Punkt Richtung Reoboth setze. Langsam kippt aber das Wetter im Norden wieder und so bin ich schweren Herzens gezwungen, schon eine Stunde vor Sunset bei bester Thermik meine Klappen zu ziehen und aus fast 4000m einen Schnellabstieg nach Kiri zu machen bevor es am Platz endgültig zumacht.
Das ganze nach 1300km und 147km/h Schnitt. Heute wären ganz leicht 1400km möglich gewesen, wenn ich von Bitterwasser aus geflogen wäre. Die Bitterwasserpiloten hatten aber einfach heute komplett die frühe Startmöglichkeit verpennt.
Dennoch wars es Platz 1 weltweit und der einzige 1400 Punkte Flug im OLC in dieser Saison in Namibia und mit 163.5 Punkten auch der schnellste Flug in der OLC Speedwertung dieser Saison. Entsprechend happy war ich dann auch am Abend.
Auch am 19.12. läufts super und ich flieg 1200km mit 147 Schnitt. Einziger 1200km des Tages und schnellster Schnitt, aber nicht ganz vorne weil es nur ein mickriges Dreieck war.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4811138



die perfekte Wolke am 19.12. durch den starken Bart ist die Basis schon konkav eingedellt.

ein Gewitter nahe Kiripotib versperrt den Weg - in Deutschland würde es aus so einer Wolke nicht mal regnen


schwierig, den Weg durch die Schauer zu finden aber hier ist das schlimmste geschafft und hinten wirds schon heller
 am 20.12. starten wir alle relativ früh und ich bin der einzige der Richtung Westen abfliegt.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=-1064526249
Das bereue ich nach kurzer Zeit bitter, ich verbringe über eine halbe Stunde in einem Nullschieber in 400m GND über dem Airstrip Gravenstein. Daß es wohl keinen besseren Bart in der Umgebung gibt zeigen mir 3 Geier, die mich die ganze Zeit interessiert begleiten.
Endlich heizt die Inversion in Gravenstein aus und ich schaff wieder 700m AGL um mich auf den Rücken nördlich Gravenstein zu begeben und finde dort endlich einen 2m Bart.
Der Schnitt am ersten Schenkel 67km/h !
komische Wolken Richtung Westen an der Kante. Mischung aus Lenti und Cu

Gamsberg

Am Weg nach Süden keine Kantenkonvergenz und viele Abschattungen durch Zirren aber mit 155 Schnitt ganz OK
 nach dem Südschenkel muss ich für ein 1000FAI Richtung Osten und das mach ich dann auch.

Hammerwolken Richtung Mariental

mit so einem Thermikmittel über die letzten Bärte kann man leben - trotzdem hab ich hier den MC nur auf 2.5m stehen

zauberhafte Lichtstimmung am Abend

ist es das nicht alles wert ?
auch am 20.12. weltweit Platz 1, was mich nach dem schwachen Start dann doch sehr überrascht. Na ja, Bostjan ist schon zu Hause...
Am 21.12. schon deutlich schlechtere Bedingungen, mit viel Fleiss am Abend schaff ich wieder Platz 1 OLC Welt.

Den 23. werde ich wohl so schnell nicht vergessen, nie zuvor hatte ich so ein Wetter erlebt.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4813480

Erster Schenkel mit 100/er Schnitt Richtung Westen, danach die Kante entlang nach Süden.
Am Rückflug nach Norden treff ich JJ und Jan mit dem Arcus E, die noch nach Süden sind aber mit mir zusammen nach Norden fliegen wollen. Zügig gehts mit 165km/h unter sich schnell entwickelnden Bedingungen nach Norden bis wir am Regen ankommen.
Der nächste Schenkel wird extrem. Keine super Linien aber einfach extrem ausgedehnte Congestus mit geradezu abenteuerlichen Steigwerten über mehrere km Länge.
Das 60 Minuten Mittel steigt bis auf 204km/h.

Wahnsinnige 60 Minuten Mittel
 Der Arcus kann aber super folgen, der Index von diesem Flugzeug (114) ist echt ein Witz.
Ich ahne noch gar nichts vom drohenden Ungemach als wir nochmal in einem Südost Schenkel bis weit hinter den Lendepass fliegen. Ganz weit im Osten, 100km von uns entfernt, hat sich eine Gewitterlinie aufgebaut die nun abregnet.


hier sieht man erste Andeutungen der Staubwalze
 Wahrscheinlich gibt es dadurch einen linienartigen downburst der jetzt eine Staubwand vor sich her schiebt.

sieht schon spannend aus

aber hier bekomm ich langsam Zweifel wie ich nach Kiri kommen soll und vor allem was in Kürze in Biwa abgehen wird

Die Staubwolke reicht am Ende bis zu den Wolken in 5300m.
Das Problem wird sichtbar, als ich mit 200km/h und Vorhaltewinkel 45 Grad fliegen muss, um nicht von rechts von der Staubwand überrant zu werden - das Ding ist wohl ca. 70-80km/h schnell !
Eine Ausweichlandung in BiWa verkneif ich mir daher, wenn das die Geschwindigkeit beibehält hab ich nach der Landung in Biwa noch 30 Minuten Zeit meinen Flieger zu verzurrren aber wer wird mir da helfen...
Weiter gehts daher Richtung Kiripotib und ich bin sehr erleichtert als die Staubwand 30km vor Kiri aufhört. Das ändert aber zunächst nichts an den extremen Turbulenzen. Der Ventus wird trotz Vollausschlag teilweise 45 Grad schräg gestellt und ich muss auf 140km/h zurück gehen da alles im Cockpit Flügel bekommt. Kurz vor Kiri wird es aber wie von Sybille und Ingo am Funk bereits mitgeteilt ruhiger, in diesen Bedingungen hätte man niemals landen können. Ohne die Info am Funk der bereits landenen Piloten wäre ich sicher abgedreht und nach Mariental geflogen.
Dort steht jetzt aber ein Gewitter 5km östlich vom Platz was ebenfalls gerade beginnt abzuregnen.
Wind ist aus Norden und so hau ich die Klappen raus und stürz mich aus 3500m zur Landung auf die 36. Dabei vergess ich natürlich auch, ans Ende der Landebahn 26 zu fliegen wo ich meinen Motor ausgemacht hatte und den OLC Flug zu schließen.
Aber wer weiss wofür es gut war, 5 Minuten nach mir landet Alfredo und beschädigt bei einem Ringelpiez seine ASH31 so schwer, daß er vorzeitig abreisen musste. Der Wind hatte mal wieder innerhalb Sekunden auf Ost gedreht und deutlich zugenommen.
Es bestätigt meine Einschätzung, daß man im Zweifel immer in Richtung Schauer landen sollte, da das die Richtung ist aus der der Downburst kommen wird.
Em Ende die meisten Kilometer und bester Schnitt (1238km mit 157 Schnitt) aber in der OLC Wertung aufgrund der fehlenden Dreickspunkte weit abgeschlagen und damit auch Platz 1 in der OLC Gesamtwertung verschenkt. Aber Hauptsache am Ende ist alles heil...
Den Flug werd ich jedenfalls nicht so schnell vergessen.

24.12. - 29.12. Abschied bei miesem Wetter

mir war irgendwie klar, daß so ein Hammertag oft einen Wetterwechsel einleutet und so wars dann auch.

Am 24. quäl ich mich in niedriger Inversion noch nach Süden bis Into Africa und kehr dann rechtzeitig zum Mittagessen um, das Risiko ist völlig sinnlos hoch bei 400-750m AGL.
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=-729922709
Leider kommt an diesem Tag der Schweizer Maurizio bei einem Absturz ums Leben. Ich bin mir sicher, daß das schwierige Wetter einen Anteil hatte.

Am 26.12. gehts nochmal die Kante runter.
 http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4814431
Die Bedingungen sind fast blau, genau nach mir poppt allerdings eine kleine Fluse nach der anderen an der Kante auf.
faszinierende Blicke in die Namib

Auf der anderen Seite etwas frustrierend, warum konnte sich die Kante nicht 30 MInuten früher entwickeln ?


die letzten Wolken querab Helmering Hausen
 Am Rückweg holt mich der Erwin nach einigen Fehlern meinerseits mit der Antares23 ein (ehemaliger Europameister Standard) und danach fliegen wir zusammen 300km nach Kiripotib. Ich kann mit dem Ventus trotzdem ganz gut mithalten.

ja, wie kann es anders in Kiri aussehen als REGEN und Gewitter...

hier dreh ich ab - viel zu wenig Sicht
Meine Einschätzung der Lage in Kiri unterscheidet sich diesmal von der der anderen Piloten und ich traue mich nicht, den Anflug fortzusetzen. Rund um Kiripotib starke Schauer und Gewitter und ich seh kein Durchkommen.
Also retour nach Bitterwasser, wo CS inzwischen gelandet ist (was auch unnötig war, denn Bitterwasser war zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet).
Ich selber versuch in Bitterwasser in der Luft zu parken und warte 30 Minuten in einem 0.5m Bart.
Dann tut sich doch noch eine Lücke zwischen den Schauern auf und mir gelingt eine trockene und fast windstille Landung. Die letzten 3 Tage dann fast durchgehend Regen.

Tja, das wars dann wieder für die Saison 2015, die für mich wettermässig die schlechteste war seit ich in Namibia fliege.
Trotzdem in den wenigen Tagen sehr schöne Flüge gehabt und mal wieder viel gelernt.

Ich wünsch dem LSV Straubing und allen Segelfliegern ein unfallfreies und erfolgreiches 2016 !